Die 47. Adventsmusik in der Kapuzinerkirche St. Anna

Burghausen. Was Weihnachten bedeutet: Nicht große Führer bringen das Heil, stillen die Sehnsucht der Welt nach Ruhe und Frieden, sondern das Heil der Welt kommt in Gestalt eines armen Kindes, in einer "stillen Nacht". Mit solchen Gedanken begleitete Bruder Georg Greimel die 47. Adventsmusik von Chor und Orchester der Kapuzinerkirche St. Anna unter Bernhard Waas, die ganz im Zeichen des 200. Geburtstags von "Stille Nacht, heilige Nacht" stand. Schön, dass auch die Zuhörer in der vollbesetzten Kirche einzelne Strophen des weltbekannten Liedes mitsingen durften.

In einem großen Bogen führte das erlesene Programm von der Urfassung des Liedes (zwei Männerstimmen mit schlichter Gitarrenbegleitung), über eine Chorfassung von Franz Xaver Gruber bis hin zu einer spannenden Uraufführung: Der Südtiroler Herbert Paulmichel (*1935) verknüpfte Mozarts Chorsatz "Ave Verum" abschnittsweise mit Orgelfantasien zu "Stille Nacht" (von Heinrich Wimmer meditativ dargeboten) – eine Verneigung vor dem Opfertod dessen, der als unschuldiges Kind zur Welt kam. Die erlösende Geburt Jesu – ein Mysterium, berührend vom Chor dargeboten in dem anspruchsvollen Satz "O magnum mysterium" des Amerikaners Morten Lauridsen (*1943), einer der Höhepunkte dieser Adventsmusik.

Als großes Verdienst des Konzerts erklangen dazwischen auch unbekannte Werke dreier Komponisten, die alle einst in Burghausen und Altötting wirkten: Instrumentalsätze von F.X.Gruber und Max Keller, ein Gloria von Georg Hartdobler. Beachtlich die Leistung des Laien-Ensembles, Instrumentalisten und Sänger. Der lupenrein ausgewogene Chorklang, fein abschattiert in Forte- wie Pianostellen, erfreute auch in Sätzen von F.Mendelssohn-Bartholdy, J.S.Bach oder M.Praetorius, bevor alles in den jubelnden Schlusschor mündete: "Welten singen Dank und Ehre" von Ludwig van Beethoven. - Ulrike Beitler

Musikalische Kostbarkeiten bei der 46. Adventmusik in der Kapuzinerkirche St. Anna

Burghausen. Besinnung, sorgsam gepflegte Musikkultur und Spendenbereitschaft gehen in den weithin beliebten Adventsmusiken in der Kapuzinerkirche St. Anna eine ideale Verbindung ein. So auch am Samstagabend und Sonntagnachmittag, als Chor und Orchester der Kapuzinerkirche, flankiert von Heinrich Wimmer an der Truhenorgel, erlesene musikalische Kostbarkeiten darbrachten.

Ausgewählt hatte diese Bernhard Waas, der krankheitsbedingt als Chorleiter ausfiel, von Erika Peldszus-Mohr aber würdig vertreten wurde. Verbindende Texte trug Bruder Georg Greimel zwischen den drei Musikteilen vor. Ein Brückenschlag mit Worten im doppelten Sinn, denn auch vom Reformator Martin Luther vertretene Glaubensinhalte fanden in den Betrachtungen des Sprechers ungeteilte Zustimmung.

So tauchte das feinfühlig gesungene „Veni redemptor gentium“ des Passauer Komponisten Leonhard Paminger für gemischten Chor wohl nicht zufällig im Programm auf. War es doch Martin Luther selbst, der Paminger, welcher ebenso dem Reformationsgedanken nahestand, als treugläubigen Lehrer der christlichen Jugend lobte.

In der Folge könnte man auch dem vom Orchester angestimmten berühmten Kanon von Johann Pachelbel symbolische Bedeutung beimessen, wollte man in den polyphonen Stimmverzweigungen ein Sinnbild der Konfessionen auf der Suche nach Harmonie entdecken. Augenblicke von edler Weihnachtspoesie erfüllten die Kapuzinerkirche dann in den träumerischen Chorsätzen „Und unser lieben Frauen“ (Bearbeitung Oliver Sperling, 2009) und „Maria durch ein Dornwald ging“ von August von Haxthausen (1850).

Machtvoll erklang das vom reformatorischen Geist geprägte Lied „Mit Ernst, o Menschenkinder“, eine Weise aus dem Erfurter Gesangbuch von 1553. Ein leicht schwebender Kontrast dazu stellte sich mit zwei Sätzen aus Telemanns Concerto a-Moll ein, die das Flötentrio Katharina Kaiser, Dr. Erwin Schiedermaier und Gudrun Stangassinger mit bewundernswerter Leichtigkeit verströmte.

Dem Männerchor oblag es, mit ausbalanciertem Stimmwerk auf den „Morgenstern der finstern Nacht“ hinzudeuten, den Willy Trapp in dichter Klangfolge vertont hatte. Die damit verbundene Hoffnung auf Erlösung scheint auch im Spiritual-Klassiker „Go down Moses“ auf, den der gemischte Chor in einem recht spannend gestalteten Satz von Albert Hosp aufbereitete.
Großmeister Heinrich Schütz ist das Chorlied „Verleih uns Frieden gnädiglich“ zu verdanken, dessen monumentale Klangfülle von einer in schnellen Dreiachtel dahineilenden glanzvoll musizierten Telemann’schen Orchester- Pastorelle abgelöst wird. Darauf- hin ließ der Chor, die Harmonien in Felix Mendelssohn-Bartholdys „Jauchzet dem Herrn, alle Welt“ auskostend, die Zuhörer tief ins Zeitalter der Romantik eintauchen. Georg Friedrich Händels Messias entstammt das Lied „Denn es ist uns ein Kind geboren“. Chor, Orchester und Orgel huldigten damit abschließend gemeinsam der Ankunft des Herrn.

Mit reichen Spenden für Projekte der deutschen Kapuzinerprovinz bedankten sich die Besucher für die Aufführung. Zum finanziellen Erfolg zugunsten des sozialen Zwecks trug auch ein Weihnachtsbasar bei, der nach dem Konzert für Besucher bereit stand. − Bernhard Furtner

Adventsmusik in der Kapuzinerkirche stimmt auf Weihnachten ein

Burghausen. Die 44. Adventsmusik in der Kapuzinerkirche St. Anna war erneut eine musikalisch gelungene, besinnliche und bewegende Einstimmung auf die Weihnachtszeit und das Fest der Ankunft Christi. Unter der musikalischen Leitung von Bernhard Waas brachten der Chor und das Orchester der Kapuzinerkirche St. Anna sowie Heinrich Wimmer an der Orgel unter anderem Werke von Johannes Eccard, Wolfgang Briegel, Allessandro Marcello, August Grell, Felix Mendelssohn-Bartholdy, Max Eham, Howard Goodall und Heinrich Wimmer zu Gehör.

Gut eineinhalb Stunden dauerte das Konzert in der vollbesetzten Kirche, nur unterbrochen von den besinnlichen Texten, vorgetragen von Konrad Raischl. "Gott selber kommt den Menschen nah", war der Leitgedanke: "Weihnachten ist Bewegung. Ist Suche. Suche nach dem Sinn, Heil und Glück." Der Chor und das Orchester der Kapuzinerkirche begeisterten einmal mehr mit ihrem Können und ihrem musikalischen Ausdrucksvermögen und ihrer Präzision. Sie führten die Besucher auf eine vielfältige, farben- und facettenreiche Reise hin zur Geburt Christi, die mit Georg Friedrich Händels "Seht, die Herrlichkeit Gottes des Herrn" aus dem Oratorium "Der Messias" ihren passenden Abschluss fand. Und mit reichlich und begeistertem Applaus ihren verdienten Lohn und Anerkennung erhielt.

Die Spenden kamen erneut den Projekten der Deutschen Kapuzinerprovinz zu Gute. jes

 

45. Adventmusik in der Kapuzinerkirche St. Anna

Burghausen. Der Chor der Kapuzinerkirche führte seine erste Adventmusik vor 45 Jahren auf, in einer Zeit, als die Kapuziner noch zum Stadtbild gehörten. Auch Jahrzehnte nach Wegzug des Ordens wirkt die Chortradition in der Kapuzinerkirche St. Anna nach, nicht als verblassendes Relikt der Vergangenheit, sondern als verlässliche musikalische Größe.

Zweimal hieß es an diesem Wochenende in der Kapuzinerkirche "Volk Gottes, bring Licht in die Welt!" Chor und Blechbläser unter der bewährten Leitung von Bernhard Waas untermauerten dieses von Bruder Georg Greimel aus Altötting zitierte Leitmotiv mit einer sorgsam zusammengestellten Sammlung adventlicher Musikliteratur.

Die Texte Bruder Greimels enthielten im Wesentlichen die Aufforderung, christliche Einstellung und Lebensweise nicht zu verstecken, sondern nach außen hin mit Überzeugung zu zeigen.

Den Ausführenden darf in diesem Sinne überzeugende musikalische Leistung bescheinigt werden. Wechselnde Besetzungen - gemischter Chor, Flügelhörner, Männerchor, Blechbläser, gemischter Chor mit Blechbläsern, Frauenchor garantierten eine Vielfalt an Klangeindrücken, auch kamen wieder verschiedene Epochen zum Zug. Nicht nur traditionelle Adventlieder, sondern auch zeitgenössische a-capella-Werke wie das Nunc dimittis von Simon Wawer oder Ubi Caritas von Ola Gjeilo erschienen dank textbezogener Phrasierung und Dynamik als musikalische Juwelen. Manchmal, wenn Blechbläser und Chor in ihrer ganzen Wucht erstrahlten, offenbarte sich, mag es unbeabsichtigt sein, eine Nähe zur althergebrachten protestantischen Musikpraxis. Noch eines war wieder ganz in der Tradition: der gute Zweck. Der Erlös der Konzerte und des im Gang aufgebauten Basars kommt Projekten der Deutschen Kapuzinerprovinz zugute.

Bernhard Furtner

39. Adventmusik in der Kapuzinerkirche St. Anna

Burghausen. Es ist kalt und windig draußen, langsam wird es dunkel. Umso heller und einladender flackern die Kerzen in der Kapuzinerkirche. Die Bänke sind gut gefüllt, nur noch wenige Plätze sind frei für diese „Atempause auf dem Weg zur Krippe des Neugeborenen in Bethlehem“, wie es Sprecher Bruder Georg Greimel später formuliert. Das Gemurmel der Menschen wird immer leiser, bis es ganz verstummt. Und dann ertönt ein gregorianischer Choral. Der Ton scheint von weit her zu kommen, er wirkt beinahe sphärisch... Ein wirklich gelungener Auftakt zu einem Konzert, dessen Leitmotiv die frohe Botschaft ist: „Freuet euch, der Herr ist nah!“

Eine lange Tradition fortführend gab der Kirchenchor der Kapuzinerkirche St. Anna am vergangenen Samstag und Sonntag sein diesjähriges Adventkonzert. Unter der Gesamtleitung von Bernhard Waas trat der 18-köpfige Chor zusammen mit Mitgliedern des Kirchenorchesters auf. Das Programm umfasste Werke aus unterschiedlichen Epochen u.a. von Jan Wodnansky, Wolfgang Carl Briegel, Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart, Heinrich Wimmer und Simon Wawer.

Das Publikum erlebte eine abwechslungsreiche Darbietung von Musikstücken in unterschiedlichen Besetzungen und mit interessanten klanglichen Lösungen. So auch bei einem Kanon, bei dem die Hälfte des Chors im vorderen und die andere Hälfte im hinteren Teil der Kirche sang. Dies ergab spannende Echo-Effekte Bruder Georg Greimel aus dem Altöttinger Kapuzinerkonvent St. Konrad religiöse Texte vor, die er dem Publikum auf unser jetziges Leben übersetzt nahe brachte.

Als Höhepunkt präsentierte Heinrich Wimmer „Ave Maria“ Das Stück hat Wimmer 2005 speziell für diesen Chor geschrieben: eine moderne, faszinierende, musikalisch-technisch anspruchsvolle Komposition. Auch das darauf folgende Stück, „Air“ aus der Orchestersuite Nr. 3 von Bach, bot einen besonderen Hörgenuss. Souverän und strahlend trug der Sopran die Hauptstimme, fein und dynamisch von den anderen Stimmen des Chors und einem Kontrabass begleitet. Nach Abschluss der Adventmusik bot ein kleiner Basar allerlei zur Adventzeit und Weihnachten. Mit dem Erlös werden Projekte der Kapuziner in Chile und Bulgarien sowie AIDS-kranke Kinder in Uganda unterstützt.

Livia Takacs