Besinnliche Feierstunden mit Werken aus Barock und Klassik

Burghausen. Der Chor der Kapuzinerkirche St. Anna hatte für Samstagabend und für den Sonntagnachmittag zu einer Adventsmusik eingeladen, zur 32. in steter Folge. Die Freunde des Chores, der Kirche und der Kapuzinerpatres waren so zahlreich gekommen, dass an beiden Tagen die Kirche voll war.

Die Adventsmusiken haben eine gute Tradition und stellen auch etwas Besonderes dar: Das beginnt schon beim schlicht geschmückten Kirchenraum, setzt sich fort im theologisch stimmigen Programm, im hervorragenden Musizieren und in der aktiven Miteinbeziehung der Zuhörer. Den Leitfaden für die Feier stellte der Hymnus "Veni creator gentium" dar, besser bekannt in der Luther'schen Eindeutschung "Nun komm, der Heiden Heiland". Bruder Georg Greimel vom Altöttinger Kapuzinerkonvent stellte dem auch die Bitte um das Kommen des Erlösers als uraltes Anliegen aller Menschen vor.

Diesen Gedankengängen war auch die Auswahl des Musikprogramms gefolgt, das nicht nur durch die Qualität der Wiedergabe, sondern auch durch seine erfrischende Vielfalt erfreute. Chorleiter Bernhard Waas gelingt es immer wieder, fast vergessene und doch so aufführenswerte Werke auszugraben, zumeist aus dem näheren Umfeld von Burghausen, so etwa die Motette "Prope est dominus" für Chor, Streicher und Orgel von Anton Diabelli aus dem nahen Mattsee. Oder die beiden marianischen Strophenlieder "Stern auf diesem Lebensmeere" für gemischten Chor und "Meine Seele, auf und siege" für zweistimmigen Frauenchor und Orgel, beides von Franz Xaver Gruber; gerade letzteres mit abwechselnden Terz- und Sextgängen ein sehr anrührendes, dabei nicht kitschiges Beispiel schlichter Volksfrömmigkeit.

Anderes, wie etwa das "Panis angelicus" von Cesar Franck wurde geschickt den vorhandenen chorischen und instrumentalen Möglichkeiten angepasst. Der großen Leistung des Chores stand das "Collegium Instrumentale Burghausen" nicht nach, das nicht nur Chorstücke begleitete, sondern auch reine Instrumentalstücke darbot, wie etwa ein Sarabande mit Gavotte von Jean B. Lully. Den sauber intonierenden Streichern stehen ganz ausgezeichnete Bläser zur Seite, so der Trompeter Martin Hammerl.

Großes Lob dem Organisten Martin Hofinger, der wie die meisten Instrumentalisten auch als Sänger fungierte. Hinter all diesen großartigen Leistungen - dem gekonnt ausgewählten Programm, der Einstudierung und Aufführung - steht auch ein großartiger Musiker: Bernhard Waas. Man spürt, wie sehr der Chor von ihm geprägt ist und auf den kleinsten Wink reagiert. Die Zuhörer schlossen sich den Dankesworten von Bruder Georg mit lange anhaltendem Beifall an und sicher auch mit manch frommer Spende für die Kapuziner-Mission in Chile mit Sr. Lukas Bergenthal.