Glanzvolles Kirchenkonzert in der Stadtpfarrkirche Zu Unserer Lieben Frau - Dankbares Publikum

Burghausen. Manche Komponisten finden erst nach ihrem Tod gebührend Anerkennung, andere werden zu Lebzeiten gefeiert und geraten später in Vergessenheit. Zu letzteren gehört Johann Georg Albrechtsberger. Ehedem eine der führenden Gestalten im Wiener Musikleben, ist der Komponist und Musiktheoretiker heute allenfalls Insidern bekannt. Um so erfreulicher, dass Bernhard Waas nun ein frühes Werk des Wiener Klassikers ausgegraben hat. Mit dem Konzert für Orgel und Streichorchester in B-Dur eröffnete er das Programm des Kirchenkonzertes in der Stadtpfarrkirche "Zu Unserer Lieben Frau".

Orgelsolist Heinrich Wimmer demonstrierte überzeugend, dass eine Wiederentdeckung Albrechtsbergers lohnend ist. Wimmer traf den galant dahinfließenden Duktus der Ecksätze ebenso zielgenau wie die innige Empfindsamkeit des Adagios. Dem kleinen Rieger-Portativ entlockte er mit raffinierten Registrierungen einen erstaunlich variablen Klang, der sich bestens mit dem sanft abgetönten Streicherchor des Collegiums Instrumentale mischte.

Kräftigere Farben zeigen konnte dieses, nun durch Bläser verstärkte Ensemble in Wolfgang Amadeus Mozarts "Exultate, jubilate", in einem in seiner dramatischen Anlage stark an eine Opernarie erinnernden Werk. Mozart komponierte die Mottete auf seiner dritten Italien-Reise für den Kastraten Venanzino Rauzini. Heute zählt das Stück zu den Bravournummern des Sopranfachs.

Erika Peldszus-Mohr gestaltete ihren Part mit großer Intensität und dramatischem Impetus. Während ihr Ton anfangs noch nicht vollkommen fokussiert erschien, fand sie im Andante zu seelenvollen, weit ausschwingenden Klängen. Die Koloraturen des abschließenden "Halleluja" ließ sie mit verblüffender Virtuosität geradezu dahinschnurren.

Das Hauptwerk des Abends, Joseph Haydns Mariazeller Messe, führt bis heute im Schatten der Oratorien des Wiener Meisters ein eher stiefmütterliches Dasein. Gleichwohl ist die Messe ein bedeutendes Zeugnis von Haydns aufrichtiger Frömmigkeit. Die Aufführung unter der umsichtigen Leitung von Bernhard Waas demonstrierte dies nachdrücklich. Dabei konnte vor allem die Sänger überzeugen: Der Kirchenchor "Zu Unserer Lieben Frau", der Kapuzinerchor, sowie Mitglieder der Gruppe Jesaja boten einen kompakten, kraftvollen Mischklang, gestalteten die gläubige Demut des "Qui tollis" ebenso eindringlich wie die strahlende Zuversicht der gewaltigen Schlussfugen von Credo oder Agnus Dei.

Das angenehm homogene Solistenquartett mit Erika Peldszus-Mohr, Gabriele Zauner, Martin Simon und Pater Samuel Geng machten das Benedictus zu einem ruhenden Pol im vorwärts drängenden Puls der Messe. Nach der bombastischen, von Waas mit unspektakulärer klarer Zeichengebung sicher geführten Schlussfuge spendete das Publikum in der fast vollbesetzten Kirche langanhaltenden bewegten, dankbaren Beifall.